Nützliche Erziehungstipps

 

Frau Klein schreibt außerdem sehr nützliches zum Thema

1. Klauen:

 

Zwei Szenen aus dem wirklichen Leben:

Szene 1:

Wir hatten Besuch, haben gemütlich im Wohnzimmer gesessen, es gab leckere Schnittchen mit gutem Belag (Schwarzwälder Schinken, Käse etc.), von denen aber nicht alle gegessen wurden, ein kühles Bier, wir haben uns nett unterhalten. Der Abend war wirklich schön, wir brachten gemeinsam die Besucher zur Tür und haben uns verabschiedet. Als wir ins Wohnzimmer zurückkamen, traf uns fast der Schlag. Da saß Bina vor dem Wohnzimmertisch, vor sich die Platte mit den Schnittchen, die auch alle noch da waren. Was fehlte, war lediglich der gute Belag! Alles war weg, Käse, Schinken, alles ratzeputz verspeist. Sie leckte sich über die Schnauze und war

sichtlich froh über das späte Abendessen!

Was tun? Sie jetzt noch auszuschimpfen, wäre völlig falsch gewesen, sie hätte nicht gewusst, warum wir so ärgerlich gewesen wären. Hier half nur, sie zu überlisten!

Also haben wir eine ähnliche Situation ganz bewusst herbeigeführt. Bina liebte Käse, für ein Bröckchen Käse machte sie fast alles. Also deponierten wir in der Küche auf dem Tisch ein größeres Stück Käse, so weit am Tischrand, dass sie ihn noch gut erreichen konnte. An das Stück Käse banden wir ein Seil, an dem Seil hing eine leere Konservendose, in der Dose war ein Kaffeelöffel. Dann sind wir in aller Ruhe alle aus der Küche gegangen und haben unsere Arbeit

getan. Es dauerte nicht lange und in der Küche schepperte es ganz gewaltig. Bina schoss aus der Küchentür und verzog sich in ihr Körbchen. Bingo!!! Alles, was auf dem Küchentisch lag, war von da an tabu für sie. Im Wohnzimmer haben wir dann noch eine ähnliche Falle aufgebaut, auch hier fiel sie darauf rein und wurde ordentlich erschreckt durch den Lärm, ohne dass jemand von der Familie dabei war.

Szene 2:

Gipsy, die Australian-Shepherd-Hündin unserer Freunde, war für zwei Wochen Urlaub bei uns. Gipsy war verfressen, alles Essbare war nicht sicher vor ihr. Wir räumten schon nach Möglichkeit auf, aber eines Tages war es in der unteren Etage verdächtig still. Ich ging runter in die Küche und erwischte Gipsy dabei, wie sie seelenruhig einen halben Laib Brot fraß, den sie von der Arbeitsplatte geklaut hatte (schlechte Erziehung meiner Kinder, die eigentlich alles, was sie

benutzen, auch wieder wegräumen sollen - aber das steht auf einem anderen Blatt - nobody is perfect ;-)).

Was tun? Strafe wäre auch hier in diesem Moment völlig falsch gewesen. Was bei Bina nachhaltig geholfen hatte, würde hier wohl auch wirken.

Den Laib Brot, bzw. die Reste davon, habe ich Gipsy kommentarlos abgenommen und genauso mit Seil und Dose präpariert wie damals bei Bina. Ich ließ das Brot liegen und ging wieder aus der Küche. Ein paar Sekunden später rumste es gewaltig, Gipsy schoss aus der Küchentür wie eine Rakete. Bingo!!! Gipsy hatte sich ganz ordentlich erschreckt, versuchte ihr Glück aber kurz darauf noch einmal in unserem Wandschrank. Auch hier wartete etwas später wieder eine Versuchung auf sie, der sie nicht widerstehen konnte und die Strafe, d.h. der Krach, folgte auf dem Fuß. Nach diesen beiden Erlebnissen hat Gipsy nie wieder auch nur den Versuch gemacht, etwas von unseren Tischen oder aus den Schränken zu klauen.

Das Prinzip dahinter heißt "anonyme Bestrafung". Denn wir persönlich strafen in dem Moment ja nicht, wir sind überhaupt nicht anwesend und aus Hundesicht haben wir nichts damit zu tun. Die Strafe kommt von dem Ding selber, ob Käse oder Brot oder sonst etwas, das der Welpe gerade klauen will. Würden wir ihn lediglich beobachten und in dem Moment, in dem er klauen will, schimpfen, würde er, der ja nicht dumm ist, messerscharf schlussfolgern, dass es Bestrafung nur bei Anwesenheit von Menschen gibt. Also wartet der schlaue Kerl darauf, irgendwann mit den

Leckereien allein und unbeobachtet zu sein. Mit dem o.g. Prinzip merkt er sich aber, dass es äußerst unangenehm und vor allen Dingen sehr laut wird, wenn er klaut. Also lässt er es lieber bleiben und freut sich über die Leckerchen, die es mit viel Lob und Gestreichel und ohne Geschepper gibt!!

 

 

2. Von Zimmerpflanzen und Löchern im Garten

 

Zimmerpflanzen sind für Hunde tabu - für Ihren Welpen auch!

Löcher buddeln im Garten ist tabu - für Ihren Welpen auch!

Was haben diese beiden Dinge miteinander zu tun? Ganz einfach, man kann sie auf die gleiche Art und Weise abstellen, bzw. Den Welpen so erziehen, dass er sowohl die Zimmerpflanzen leben lässt als auch den Rasen und die Blumenbeete mit seinen Grabungsaktivitäten verschont ;-).

Jeder hat Zimmerpflanzen, manche stehen in größeren Gefäßen auf dem Boden, leicht zu erreichen für einen kleinen Hund. Und da ein Welpe einfach alles testet, versucht er irgendwann auch, wie Ihre Bergpalme schmeckt - oder zumindest die Blumenerde. Mal abgesehen von der Sauerei und Ihrem berechtigten Ärger kann es für den Welpen durchaus auch gefährlich werden. Viele Pflanzen sind giftig, verursachen Krämpfe, Erbrechen und andere Vergiftungserscheinungen beim Verzehr. Der Welpe weiß das nicht, kann auch nicht zwischen schädlich und unschädlich unterscheiden. Deswegen lernt er besser, dass Grünpflanzen jeder Art verboten sind. Basta!

Besorgen Sie sich eine Wasserspritzpistole (ebay macht´s auch im Winter möglich ;-) mit ordentlichem Strahl und vernünftiger Reichweite. Halten Sie sich unauffällig im Zimmer auf, beobachten Ihren Welpen aber aus den Augenwinkeln. Nicht auffällig herumstehen, dann merkt er etwas. Sobald er auch nur ansetzt, die Blumenerde zu testen oder an einem Blatt zu zupfen, bekommt er eine volle Breitseite. Er wird sich schütteln und sich wundern, es aber relativ schnell

wieder bei der Pflanze versuchen - immerhin war er ja eben unterbrochen worden. Und wieder - zack - volle Ladung, er ist ganz schön nass. Und das gefällt ihm nicht, er wird sich verziehen und wenn nicht jetzt schon, dann nach ein paar Wiederholungen gelernt haben, dass es ungemütlich feucht wird, wenn er sich an den Pflanzen zu schaffen macht.

Da ist es doch vielschöner, mit dem Ball zu spielen, den Sie auf einmal herbeizaubern...........

Die gleiche Methode wenden Sie im Garten an, wenn der Welpe etwas Tolles in der Nase hat und wie wild in Ihrem englischen Rasen herum buddelt. Auch hier wird es nass und ungemütlich, also lässt er es besser. Da kommt er doch lieber zu Ihnen, wo Sie doch mit einer bunten Kordel winken, an der man so schön zerren und die man toll schütteln kann.......

Eine Alternative zur Wasserpistole sind mit Murmeln oder kleinen Steinchen gefüllte Cola-Dosen. Die kann man gut in der Hand verstecken, bei Bedarf ganz einfach fallen lassen, was ordentlich klappert und den Welpen erschreckt. Vor allen Dingen im Haus funktioniert das prima. Draußen beim Rasen-Buddel-Problem können Sie die Dose auch ein gutes Stück weit werfen, natürlich neben den Hund, immerhin wollen Sie ihn ja noch ein Weilchen behalten ;-)). Statten Sie

draußen, wo es weitläufiger und unübersichtlicher ist, ruhig einige Familienmitglieder mit solchen Dosen aus, dann haben Sie die Phase, in der Ihr Welpe leidenschaftlich gerne buddeln möchte, schnell überwunden.

Übrigens, giftige Zimmerpflanzen sind (u.a.): Alpenveilchen, Amaryllis, Azalee, Becherprimel, Begonie, Belladonnalilie, Dieffenbachie, Efeu, Einblatt, Fensterblatt, Ficus-Arten, Gummibaum, Korallenbäumchen, Madagaskar-Palme, Rhododendron, Weihnachtsstern etc.

Giftige Pflanzen draußen (u.a.): Aaronstab, Efeu, blauer Eisenhut, Buschwindröschen, Christrose, Eibe, Fingerhut, Goldregen, Hahnenfuß, Kirschlorbeer, Märzenbecher, Maiglöckchen, Stechapfel etc.

Diese Aufzählungen sind nicht vollständig, Sie sehen also, wie wichtig es ist, dem Welpen grundsätzlich das Knabbern an Pflanzen zu verbieten.

 

Dazu möchte ich noch anmerken, dass wir bei Amira in den ersten Wochen von unserer Hundetrainerin eine so genannte „Welpenschelle" bekommen haben. Das ist ein Band mit mehreren schellenden Metallplättchen. Diese haben wir auch benutzt um Amira vom kauen am Teppich u.ä. abzuhalten. Sie hat sich ordentlich erschreckt ohne zu merken, dass sie von uns erzogen wird.

 

Das kosten von Blumenerde und Pflanzen hat Amira nie versucht und das Buddeln in unserem Garten war mit einem deutlichen „Nein" erledigt. Das kam aber auch daher, dass wir sie ja im Januar bekommen haben und sie deshalb in den ersten 3 Monaten kaum Gelegenheit dazu hatte.

Und dann ein „Nein" genau verstand. Mittlerweile weiß sie auch, dass sie die Beete nicht zu betreten hat.

 

Grundausstattung

 

Abholung des Welpen

 

Konsequente Erziehung

 

Alltag

 

Zähne / Ohren / Fell